Viron XI-700-S im Test

Heute ein Testbericht zu einem E-Scooter, der nicht nur Designtechnisch überzeugt, sondern auch von Haus aus Versicherungsschutz mitbringt. Kennzeichen aufkleben und losfahren bekommt hier eine ganz neue Bedeutung.

Vorab besten Dank an den deutschen Hersteller die EveMotion GmbH, die uns den XI-700-S von der hauseigenen Marke Viron zur Verfügung gestellt haben.

Dieser Beitrag spiegelt dennoch unsere eigene Meinung wieder!

Design & Verarbeitung

In dem Sinne fangen wie gewohnt mit dem Design und der Verarbeitung an. Irgendwie ähnelt der Viron einem Xiaomi, vielen anderen E-Scootern, aber auch irgendwie wiederum nicht. Das Trittbrett ist aus aus Holz gemacht und mit einem schönen Griptape versehen. Der 7,8 Ah Akku haust hier in der Lenkstange – da waren wir anfangs sehr skeptisch, doch diese Skepsis hat sich in unserem Praxistest als unberechtigt bewährt. Der Viron ist trotz des Akkus in der Lenkstange nicht zu frontlastig. Angenehm ist, dass die Lenkstange durch das Battery-Pack etwas dicker ist als bei den meisten anderen Modellen. Das ist insbesondere beim transportieren angenehm – auch ist dadurch die Gewichtsverlagerung top.

Der Faltmechanismus war von anfang an rabiat eingestellt, wodurch es sehr schwer war den Viron zu falten. Das hat sich nun über die letzten 30-40 Kilometer in einem angenehmen Maß an benötigten Kraftaufwand eingependelt. Die Lenkstange ist soweit sehr robust verarbeitet, und insgesamt scheint der Viron vom Design & der Verarbeitung gegenüber vielen anderen Modellen die Nase vorne zu haben.

Dazu tragen auch die 9,5 Zoll Luftreifen bei. Richtig, hier wurde nicht auf 8,5 Zoll oder 10 Zoll Luftreifen gesetzt, sondern es wurden 9,5er verbaut. Das Fahrgefühl ist hierdurch entsprechend angenehm.

Am besten gefällt uns auf jeden Fall das Trittbrett aus Holz mit dem Griptape und die allgemeine Verarbeitung sowie das Fahrgefühl. In diesem Bereich ist der Viron gegenüber seinen Mitstreitern überlegen.

Der Lenker ist höher als das beim Ninebot oder auch Xiaomi der Fall ist. Hier gefällt uns zudem sehr, dass sich die Lenkergriffe sehr schnell ab- und anschrauben lassen. Das ist für den Transport oder auch längere Nichtbenutzung praktisch.

Ausstattung

Wir waren uns nicht sicher in welche Kategorie wir dieses absolute Highlight packen sollen, aber hier scheint es gut aufgehoben: EveMotion arbeitet mit der Bayerischen Versicherung zusammen. So bekommt ihr beim Erwerb in der Verpackung direkt das Klebekennzeichen mit – dieses muss nur über den QR-Code im Browser eures Smartphones aktiviert werden. Das ist wirklich ein Alleinstellungsmerkmal! Zudem ist die Versicherung bis zum 1. März des fortlaufenden Jahres für euch bezahlt. Ihr kauft also den Viron, registriert das Gerät und könnt nach aufkleben des Kennzeichens direkt losrollern!

Verbaut ist ein 500 Watt Radnabenmotor im Vorderrad. Damit sollte der Viron mehr Power haben als z.B. ein G30D von Ninebot – ob sich das bewahrheitet sehen wir später! Dieser sorgt im Vergleich zur Konkurrenz auch für eine maximale Belastungsgrenze von 120 Kilogramm. Mit einem 36 V 7,8 Ah Akku mit insgesamt rund 280 Wh will EveMotion dem Fahrer eine Reichweite von bis zu 25-30 Kilometern ermöglichen. Mehr dazu gleich in unserem Reichweitentest.

Ausgestattet ist der XI-700-S mit einem kleinen Display. Auf dem wird einem die Geschwindigkeit angezeigt, sowie der Akkustand aus fünf Balken. Das funktioniert sehr gut, und die Akkuanzeige scheint auch weitestgehend akurat. Der Anschaltknopf für den Roller und Licht ist rechts am Lenker zu finden. Leider konnten wir weder im Handbuch noch nach wildem herumprobieren an den Knöpfen eine Möglichkeit finden zwischen Fahr Modi zu wechseln. Somit sind wir davon ausgegangen, dass es nur den Modus S2 gibt.

Das Daumengas und die elektromagnetische Bremse für vorne ist so von anderen Modellen bekannt. Ebenfalls der Bremshebel, dieser ist von anderen Modellen soweit bekannt und hat die integrierte Klingel.

Im Hinterrad haust die Trommelbremse. Schön, dass hier nicht auf eine Scheibenbremse gesetzt wird. Eine Trommelbremse ist weitestgehend wartungsfrei und hat folglich auch eine längere Lebensdauer. Mit der Trittbremse am Hinterrad kam der Viron innerhalb von fast 5 Metern zum stehen – wir empfehlen euch lieber auf eine der beiden anderen Bremsen zu setzen. Verwendet man den vorderen Bremshebel kommt man in rund 2,7 Metern zum stehen. Sollte man wirklich eine Vollbremsung mit allen drei Bremsen gleichzeitig machen, sind auch knapp unter 2,5 Meter Bremsweg realistisch.

Vorne ist ein LED-Frontscheinwerfer verbaut, dieser ist hell genug. Hinten haben wir ein Standard Rücklicht, dass so auch beim Ninebot, ESA und vielen anderen Modellen verbaut ist.

Leistung

In unserem Steigungstest konnten wir mit dem Viron XI-700-S nicht mehr als 14% bewältigen. Das ist Ordnung für einen Roller, den man sowieso eher im urbanen Stadtverkehr bewegen sollte.

Leider konnten wir den 500 Watt starken Motor nie wirklich spüren. Trotz, dass er auf dem Datenblatt steht, fühlt sich der Viron nicht stärker an als z.B. ein 1S oder ESA 5000. Die Höchstgeschwindigkeit erreichte der XI-700-S in rund 6-7 Sekunden. Das ist etwas langsamer als bei anderen Modellen, aber soweit noch Norm. 

Problematisch wird es bei der Höchstgeschwindigkeit. GPS gemessen konnten wir bei vollem Akku nur 18,7km/h erreichen. Mit dem letzten Balken Akku kriechte er dann förmlich mit 13-14km/h maximaler Geschwindigkeit die Straße entlang. Das kann natürlich auch an den sehr niedrigen Temperaturen von rund 3-4 Grad liegen. Zudem ist der Akku noch sehr neu, bekanntlich wird entfaltet sich die volle Leistung der Akkus erst nach den ersten paar Ladezyklen.

Reichweite

7,8 Ah bei 36 Volt sollen laut dem Hersteller 25-30 Kilometer ermöglichen. Das ist durchaus realistisch und hat sich bei vielen anderen Modellen bewahrheitet. In unserem Praxistest konnten wir rund 20 Kilometer erreichen. Das liegt aber an den eisigen Temperaturen und auch dem neuen Akkupack. Im Sommer sind 25 bis sogar 30 Kilometer somit nicht gerade unrealistisch.

Fazit

Der Viron hat definitiv eine Daseinsberechtigung. Für die UVP würden wir jedoch die Finger von lassen, da er insbesondere in Sachen Leistung nicht der stärkste Roller für den Preis ist. Für den Preis auf Amazon ist er für jeden eine valide Option, insbesondere für Pendler und Stadt-Fahrer überzeugt er mit seiner tollen Verarbeitung und dem soliden Fahrwerk mit angenehmen 9,5 Zoll Reifen.

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