ESA 5000 im Test

Beim Doc Green ESA 5000 (und seinem baugleichen ESA 1919 von DOC GREEN oder Explorer) handelt es sich um den ersten, im Discounter vertriebenen E-Scooter mit Straßenzulassung den es im Jahr 2019 unter der magischen 300 Euro Grenze gab. Rein optisch erinnert er an das Erfolgsmodell von Xiaomi, den M365. Außer dem Design gibt es aber leider wenige Gemeinsamkeiten. Online und auch morgens in den Märkten gab es einen riesigen Andrang. Der LIDL Server ging ab Mitternacht in die Knie und auch in den Märkten, die teilweise nur einen Scooter bekamen, gab es morgens schon Warteschlangen. Mittlerweile hat sich die Situation entspannt, es gab den ESA zwischenzeitlich in regionalen Aktionen für 250 Euro. ATU, REAL und andere Discounter vertreiben ihn zwischenzeitlich ebenfalls, die Preise variieren hier zwischen weit unter 300 und 500 Euro. Ein Vergleich lohnt sich hier also vor dem Kauf!

Design & Verarbeitung

Das Design lehnt nahezu 1:1 am design des M365 an, viele Bauteile wurde einfach übernommen oder sogar kopiert. So passen die meisten Ersatzteile des weitverbreiteten M365 auch am ESA. Die Ersatzteilversorgung ist hiermit sehr günstig sichergestellt. Die Verarbeitung ist nicht überragend. Der ESA 5000 hat insbesondere mit seinem mangelhaften Faltmechanismus zu kämpfen. Mittlerweile gibt es etwaige Optionen um den Faltmechanismus zu stabilisieren, allerdings wäre es schön gewesen wenn solche fahrsicherheitsrelevanten Aspekte im Vorhinein berücksichtigt worden wären. Vom Design her ist z.B. insbesondere das Rücklicht und die Kennzeichenhalterung beim ESA 5000 nicht sehr schön realisiert worden, anders ist das beim ESA 1919 – hier wurde nachgebessert. Die Verarbeitung hinterlässt somit einen “naja” Eindruck, besser geht hier auf jeden Fall!

Ausstattung

Die maximalen 20-21km/h (19,5km/h laut GPS Messung) können auf einer kleinen Anzeige am Tacho (oben am Lenker) abgelesen werden, ebenso wie die Akku-Anzeige basierend auf 4 kleinen Punkten. Der ESA verfügt über zwei voneinander unabhängige Bremssysteme, wie sie gesetzlich vorgeschrieben sind. Hinten ist eine mechanische Scheibenbremse verbaut, vorne eine Elektromagnetische Bremse. Der Akku-Anzeige sollte nicht allzu viel Vertrauen geschenkt werden, da diese stark von der Belastung und Spannung des Akkus abhängig ist. Der Klappmechanismus wurde nahezu identisch vom M365 kopiert, leider wurden hierdurch auch alle Schwachstellen übernommen (quietschen, knarzen, wackeln).

Leistung

Gut gefällt uns, dass der ESA die gesetzliche Höchstgeschwindigkeit von 20km/h nahezu komplett ausschöpft, auch wenn viele E-Scooter (z.B. der ePF-1 von ePowerFun) sogar die gesetzliche Toleranz von 10%, sprich 22km/h, komplett ausreizen. Für wen das zu wenig ist, der sollte sich in unserem Artikel zum ESA 5000 & 1919 Tuning mal umsehen, hier kann man einfach per Tuning Chip die Geschwindigkeit auf dem Privatgelände anheben. Der Tacho zeigt durchgehend Geschwindigkeiten von 19-20km/h an, je nach Zuladung und Akku-Stand. Laut GPS-Messung kamen wir so fast immer auf echte 19-19,5km/h. In unserem Steigungstest konnten wir mit dem 350 Watt starken ESA eine Steigung von 12% bewältigen. Damit ist er auf keinen Fall der stärkste E-Scooter auf dem Markt, aber für kleinere Touren oder den Stadtverkehr mit leichter Steigungen ist die Leistung ausreichend. Die Geschwindigkeit lässt sich gut mit dem Daumengas dosieren. Das Anfahrt Drehmoment ist wie bei fast allen E-Scootern sehr gut, der Roller beschleunigte in unserem Test innerhalb von rund 5 Sekunden auf seine Höchstgeschwindigkeit.

Reichweite

Auf den ersten Blick kann sich die Ausstattung unbedingt sehen lassen. Der Motor im Vorderrad hat laut des Herstellers 350 Watt. Ein 7,2 Ah Lithium-Ionen-Akku mit Sanyo (Panasonic) Zellen, soll laut dem Hersteller eine Reichweite von rund 22 Kilometern ermöglichen. Diese Angaben sind erfahrungsgemäß, wie bei so gut wie allen Modellen, nur unter Idealbedingungen zu erreichen. Realistischer ist eine Reichweite von rund 15 Kilometern bei einer Höchstgeschwindigkeit von den gesetzlichen 20 km/h. Im Idealfall kann, abhängig vom Untergrund und der Zuladung, eine maximale Reichweite von 18-19km erreicht werden.  

Fazit

Der ESA 5000 und 1919 waren die ersten E-Scooter Modelle knapp unter der 300€ Grenze und bat bis zum Erscheinen seines Nachfolgers dem EWA 600, neben dem Xiaomi 1S einen guten Einstieg in die Welt der Elektrokleinstfahrzeuge. Die Modelle haben sich nach der Erstveröffentlichung auch ein wenig weiterverbessert, so wurde die rabiate Vorderradbremse offenbar verbessert und greift jetzt sanfter. Zudem umgibt den ESA eine Community mit weitaus mehr als 1.000 Mitgliedern, auf dem kostenlosen Direkt-Messenger Telegram. Zudem wurde von Rüdiger bereits ein mehr als 70-seitiges inoffizielles Handbuch verfasst, dass sich genau mit dem ESA beschäftigt. Mittlerweile sind jede Menge Gebrauchtroller auf dem Markt und auch bei eBay* gibt es viele „B-Ware Angebote“ von nahezu neuen Rollern bei Händlern mit Garantie und Rückgaberecht, teilweise für unter 250 bis runter auf 200 Euro. Für diesen günstigen Preis bietet der ESA 1919 & 5000 immer noch einen soliden Einstieg in die E-Scooter Welt, insbesondere für jene die gerne an ihrem E-Scooter schrauben!

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