Stalker Xt950 im Test

Mit dem Stalker XT950 (oder seinen baugleichen Brüdern) bringt die Karcher AG einen Offroad-Spaß im E-Scooter Sektor auf den Markt. Für mittlerweile rund 600-700€ bekommt man hier ein sehr solides Gesamtpaket, mit hervorragender Reichweite und schöner Federelemente. Damit peilt der Hersteller eine ganz neue Zielgruppe unter den E-Scooter Fahrern an: die Fun und Touren-Fahrer! 

Wir haben den Stalker XT950 für euch unter die Lupe genommen, ob er uns überzeugen konnte, das erfahrt ihr in den folgenden Tests.

Design & Verarbeitung

Das Design vom XT950 ist super und die Verarbeitung wirklich hervorragend. Für unter 1000€ bekommt ihr hier einen super soliden Roller, mit toller Ausstattung. Der Fahrkomfort ist sehr gut, hierfür sorgt ein rutschfestes Trittbrett mit einem Griptape. Das Highlight sind ganz deutlich die breiten und 10-Zoll-großen Luftreifen mit guter Gummierung. Diese sorgen in Kombination mit der Federeinheit Vorne und Hinten, sowie dem 22 Zentimeter breiten Trittbrett, für mitunter den besten Fahrkomfort bei E-Scootern!

Der Faltmechanismus ist sehr robust verarbeitet. Anfangs, wenn ihr den Scooter kauft, ist er allerdings brutal hart eingestellt, wodurch das Auf- und Einklappen des Rollers schwer ist. Nach mehrmaligen Ein- und Aufklappen pendelt sich der benötigte Kraftaufwand in einem angenehmen Bereich ein. 

Die Lenkergriffe lassen sich sehr einfach Einklappen, das ist gut gelöst und insbesondere super wenn man den Stalker mit ihn Bus, Bahn oder Auto nehmen möchte. Allerdings wird dies nicht häufig geschehen, da er mit der rund 21,5 kg mit der Schwerste auf dem Markt ist.

Der Lenker ist zudem stufenlos höhenverstellbar. Dies macht den Stalker für groß und klein angenehm zu fahren.

Ausstattung

Verbaut ist ein 350 Watt Hinterradmotor, welcher genügend Kraft bietet um auch mal die ein oder andere Offroad-Strecke zu bewältigen. Ein 36 V 13 Ah Akku mit insgesamt 468 Wh sorgt laut Hersteller für bis zu 50 Kilometer Reichweite, mehr dazu später. 

Ausgestattet ist der E-Scooter mit einem LCD-Display, auf welchem man die Tageskilometer-Zahl (aktualisiert sich auf Null nach jedem Ausschalten), die Gesamtkilometerzahl, die aktuelle Spannung des Akkus (in Volt), die Geschwindigkeit und den Akkustand in 4 Balken auslesen kann. Sehr kompakt aber dennoch gut gelöst, ist vom Display leider bei starker Sonneneinstrahlung oder bei schrägem Blickwinkel schlecht abzulesen.

Der Stalker XT950 und seine Artgenossen verfügen über eine schöne Scheibenbremse Vorne und Hinten, die bei erster Inbetriebnahme erst einmal korrekt eingestellt werden mussten. Seitdem läuft alles rund und einwandfrei, das ist super gelöst. Der Bremsweg liegt mit rund 3 Metern insgesamt durchaus im passablen bis soliden Bereich.

Leistung

In unserem Steigungstest konnten wir mit dem 350 Watt starken XT950 eine Steigung von 17% bewältigen. Damit ist der Stalker auf keinen Fall der stärkste E-Scooter, aber für Touren und leichte Steigungen ideal geeignet. Der Daumengriff des XT950 kennt dabei keine Geschwindigkeiten unter 10 Kilometern die Stunde, was es schwer macht mit ihm langsam zu fahren. Das Anfahrtdrehmoment ist sehr gut, der Roller beschleunigte in unserem Test innerhalb von rund 4 Sekunden auf seine Höchstgeschwindigkeit. In unserem GPS-Geschwindigkeitstest konnte der Stalker von Haus aus nicht mehr als 19,7km/h erreichen, schade, dass hier die gesetzliche Toleranz von 10% (22km/h) nicht ausgereizt wird. Es gibt aber durchaus eine Möglichkeit die Geschwindigkeit des Rollers minimal nach oben zu setzen, auf rund 21-22km/h laut GPS, welches nicht zum Verlust der ABE führen dürfte. Mehr Infos dazu findet ihr hier in unserem Artikel zum Thema Tuning.

Reichweite

Die vom Hersteller versprochene Reichweite liegt bei sage und schreibe 50 Kilometern, womit er momentan zu den E-Scootern mit der höchsten Reichweite zählt. In unserem Praxistest war dieser theoretische Wert vom Hersteller nicht fern der Realität, denn wir konnten mit dem XT950 stets mindestens 38 Kilometer erreichen. Für einen Tourenfahrer ist er damit ideal und wer ihn schonend über flache Wege und Straßen z.B. in der Stadt fährt, der wird auch durchaus mit bis zu 45 Kilometern rechnen dürfen. Ob man natürlich im Endeffekt so lange auf einem E-Scooter stehen möchte, ist selbstverständlich jedem selbst überlassen. Es ist jedoch schön zu wissen, dass der XT950 einen in Sachen Reichweite problemlos auch etwas längere Strecken befördern wird, ohne schlapp zu machen!

Fazit

Mit rund 600-700€ (bei Aktionen auch mal gerne bis zu 550€) peilt der deutsche Hersteller (die Karcher AG) eine neue Zielgruppe an. Der blu:s Stalker XT950, und seine Brüder (Telefunken Synergie S950, racetec R10 & Lehe L5), ist nicht für den Pendler oder alltäglichen Kurzstreckenfahrer gedacht. Stattdessen spricht man hier direkt die Touren-Freaks und jene an, die mit ihrem E-Scooter auch weitere Strecken als nur zum Bäcker fahren will. Die ausgezeichnete Verarbeitung, das schöne Design und die Hardware sprechen wirklich für ein sehr gutes Gesamtkonzept, und das für um die 600€! Für uns ist der Stalker XT950 ein reines Spielgerät. Sicher hat er für den ein oder anderen auch den Nutzen ihn von A-nach-B zu befördern, die meisten Käufer werden aber einfach gerne weitere Strecken fahren und mit ihrem E-Scooter die Landschaft oder sonstiges erkunden wollen. Und für diejenigen, die mit ihrem E-Scooter doch gerne zum Einkaufen fahren wollen, ist der Stalker XT950 immer noch eine sehr gute Wahl. Aufgrund seines hohes Gewichts von rund 21,5 kg ist er jedoch nicht für Berufspendler oder zur Mitnahme in ÖPNV gedacht.

Insgesamt konnte uns der Stalker XT950 absolut überzeugen und ist mit seinem hervorragenden Gesamtkonzept auf unserer Bestenliste!

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