IQ Hawk Legend im Test

Mit dem neuen E-Scooter „Legend“ von der Firma IO Hawk, verspricht der Hersteller einen neuen Standard im Bereich der E-Mobilität. Wir haben den Legend in der Ausführung mit Offroad-Bereifung und Kellermann-Blinkeranlage in der Farbe schwarz für euch in den verschiedenen Bereichen getestet, und vorweg: der Legend ist wirklich one of its kind!

Design & Verarbeitung

Die deutsche Firma IO Hawk ist für ihren Vorgänger, den Exit-Cross, bereits bekannt. Zum ersten Mal wird hier mit nicht einer sondern gleich zwei Firmen kooperiert. Der Legend basiert hierbei ganz getreu dem Motto “der neue Standard im E-Scooter Bereich” auf einem alt-bewährten Modell: dem Mantis von dem Partner Kaabo. Dieser hat sich in den letzten Jahren im EU und US-Ausland bereits bewährt. Man hat hier somit das Rad nicht neu erfunden, aber eine hervorragende Grundlage verwendet und diese weiter für den deutschen Markt verbessert. Für jene, die 200 Euro zu viel auf dem Konto haben oder gerne auf Sicherheit achten gibt es ebenfalls die Option Premium-Blinker des Herstellers Kellermann zu erwerben. Diese haben sich bereits im Zweirad-Bereich über die Jahre gut etabliert und bieten ein sehr hohes Maß an Sicherheit für den Fahrer, aber auch seine Mitmenschen.

Der Legend ist ein wahnsinnig gut durchdachter Roller, und diese Aussage basiert erst einmal nur auf dem Design. Das liegt vermutlich daran, dass der Legend von Außen nicht von einem Mantis zu unterscheiden ist, der nun mal wirklich ein optischer Schmankerl ist. Die Verarbeitung ist bislang so gut wie bei keinem anderen E-Scooter auf dem Markt, nicht mehr nicht weniger dürfte man für diesen Preis erwarten. Erstaunlicherweise wurde der Kaabo Mantis nicht nur mit einer Straßenzulassung versehen, sondern vielmehr wurde zum Beispiel der Klappmechanismus und auch die Befestigung von Lenker zu Trittbrett unter der Gummimatte verbessert. Dies war bei vorherigen Mantis E-Scootern ein häufiges Problem, aber hier hat IO Hawk in Kooperation mit Kaabo so stark nachgebessert, dass von jeglichen Mängeln keine Spur mehr ist. Außerdem ist der Legend natürlich ein richtiger Hingucker, denn er schreit insbesondere mit den Offroad-Reifen und am besten noch in der knalligen metallic-roten Farbe förmlich nach Aufmerksamkeit.

Der Fahrkomfort ist mehr als nur sehr gut. Die Gummierung auf dem Trittbrett ist angenehm und insbesondere mit den Offroad-Reifen ist das Kurvenverhalten wie das Eintauchen in eine neue Welt. Das Trittbrett ist 22 Zentimeter weit – beide Füße stehen hier auch bei Schuhgröße 45 gut nebeneinander. Nicht nur zum Fahrkomfort sondern auch zum Design und dem Erscheinungsbild tragen die Federelemente vorne sowie hinten bei. Wie bereits in dem Video von IO Hawk angeteasert ist auch das Befahren jeglicher Offroadstrecken mit der passenden Bereifung wie ein Heim für den Legend. 

Wer den Legend z.B. zum Transportieren im Kofferraum oder in Öffis doch mal einklappen sollte, hat hier beim Faltmechanismus womöglich Probleme. Zuerst wird die Lenkstange mit einer Arretierung befestigt, anschließend müssen noch die beiden Schnellspanner betätigt werden und der Legend ist aufgeklappt. In umgekehrter Reihenfolge verläuft selbstverständlich das einklappen. Dieser vergleichsweise schon fast komplizierte Prozess ist jedoch weniger als Nachteil anzusehen. Im Gegenteil, mit dem bombenfesten Mechanismus, den man bei leichten Lockerungen jederzeit durch die Schnellspanner einfach nachjustieren kann, wird Sicherheit und Vertrauen in das Gerät aufgebaut. Außerdem ist der Legend auch kein Roller für irgendwelche Pendler oder Kurzstreckenfahrer, viel mehr für Leute die auf Vollefahrt voraus und nicht auf Kurzstrecke setzen. 

Die Lenkergriffe lassen sich leider nicht einklappen, dafür ist der Lenker im oberen Bereich sehr elegant geschwungen und man kann ihn bei der Montage noch im Winkel anpassen.

Zudem ist der Lenker leider nicht höhenverstellbar, wie es bei dem Vorgänger dem Exit Cross der Fall war. Dennoch ist der Lenker im Vergleich zu dem anderer Modelle wie dem Stalker XT950 oder insbesondere z.B. dem G30D von Ninebot höher. Was in dem Fall super für größere Personen ab 1,80-1,90 ist, wird zum Nachteil für jeden unter 1 Meter 70. 

Als einer der wenigen E-Scooter hat der Legend ein IPX5 Rating. Das bedeutet, dass er immerhin “Strahlwasser” geschützt ist. Fahrten im Regen sollten somit auch kein Problem darstellen.

Ausstattung

Verbaut ist ein 500 Watt Hinterradmotor. Damit ist der Legend einer wenn nicht sogar der stärkste E-Scooter auf dem Markt in Deutschland. Dieser sorgt im Vergleich zur Konkurrenz auch für eine maximale Belastungsgrenze von 120 Kilogramm und es wird eine Steigfähigkeit von 20 Grad ermöglicht. Umgerechnet sind das rund 36%, das ist mal eine Ansage. Mit einem 48 V 18,2 Ah Akku mit insgesamt rund 874 Wh will IO Hawk dem Legend-Fahrer eine sagenhafte Reichweite von bis zu 70 Kilometern versprechen. Mehr dazu gleich in unserem Reichweitentest.

Ausgestattet ist der E-Scooter mit einem LCD-Display mit USB-Anschluss, auf welchem man die Tageskilometer-Zahl einsehen kann. Diese aktualisiert sich auf Null nach jedem Ausschalten. Desweitern kann man noch die Gesamtkilometerzahl und die Laufzeit seit Beginn ansehen. In einem Menü, welches man mit dem halten beider Tasten erreichen kann, hat man die Möglichkeit unter dem Punkt P07 die Anfahrtdynamik einzustellen. Hierzu folgt jedoch noch ein separates Video. Natürlich hat man noch die Möglichkeit den Akkustand und die momentane Geschwindigkeit abzulesen. Man kann zusätzlich zwischen 3 Fahrmodi auswählen (9 km/h / 14km/h / 20km/h), wobei man den Legend immer nur in der Fahrstufe 3 sprich 20 bis 22km/h fahren möchte. Auf der linken Seite des Lenkers wird es besonders spannend, hier sehen wir das Zündschloss des Rollers. Ja ihr habt richtig gehört, ein Zündschloss. Mitgeliefert werden 2 Schlüssel und ohne die geht wirklich garnichts. Weiter oberhalb sehen wir die die aktuelle Spannung des Akkus (in Volt). Desweitern ist der Schalter für die Blinklichtanlage verbaut und eine Hupe. Wichtig ist hierbei anzumerken, dass bei unserem Pre-production Modell die Hupe noch nicht final ist, diese wird noch gegen eine lautere getauscht. Beim Bremsen und beim generellen Einschalten der Beleuchtung werden die Blinker automatisch angehen, dies ist ebenfalls ein Fehler der natürlich vor der finalen Auslieferung noch behoben wird. Das nur am Rande. Angenehm ist, dass bei diesem Roller ein Zeigefingergas verbaut wurde, und nicht wie bei vielen anderen ein klassisches Daumengas.

Der Legend verfügt über eine Scheibenbremsanlage von Zoom Vorne sowie Hinten. Es ist schön, dass hierbei auf bereits als gut bewährte Bauteile aus dem Fahrradbereich gesetzt wird. Die Zoom Scheibenbremsen sind weitestgehend verschleißfrei und lassen sich sehr gut dosieren. Damit ermöglichen sie einen soliden Bremsweg von knapp über 2 Metern. Bei einer Vollbremsung durch Betätigen beider Bremsen gleichzeitig kommt man aber immer noch sehr angenehm und sanft zum stehen, so muss das sein.

Zur Sicherheitsausstattung gehört zudem ein 60-Lux-Frontscheinwerfer und eine Rückleuchte mit integriertem Bremslicht. Das scheint wirklich eine Premiere bei einem E-Scooter zu sein.

Sehr schön ist ebenfalls die hohe Ersatzteilverfügbarkeit durch einen deutschen Hersteller wie IO Hawk und durch das Ausland und den Kaabo Mantis.

Leistung

In unserem Steigungstest konnten wir mit dem 500 Watt starken Legend eine Steigung von 29% bewältigen. Das sind nicht ganz die angegebenen 20 Grad, aber trotzdem deutlich mehr als bei jedem anderen E-Scooter aus unseren Tests. Soweit bekannt ist der IO Hawk Legend der E-Scooter mit der meisten Power, und reizt mit seinem 500 Watt Motor gerade so die Grenze der Legalität aus – mehr als 500 Watt sind in Deutschland nämlich garnicht erlaubt. Das gewöhnungsbedürftige Zeigefingergas ist nach kurzer Eingewöhnungsphase sogar angenehmer als ein Gasgriff, wie er bei sonst so circa jedem anderen Modell verbaut wird. Mit einem Zeigefingergas lässt sich präziser arbeiten, und das mit sich auch der Legend zu Nutze. Trotz seines sehr hohen Anfahrdrehmoments lässt sich auch durchaus mal weniger als 20 km/h fahren. Wo wir schon bei der Geschwindigkeit sind: der IO Hawk Legend beschleunigte in unserem Test innerhalb von knapp 3 Sekunden auf seine Höchstgeschwindigkeit. Mit dem neuen Anfahrdynamik-Modus, der am Display eingestellt werden kann, ist sogar eine noch schnellere Erreichung der Höchstgeschwindigkeit möglich. Super interessant ist, dass nach der Firma ePowerFun sich nun auch IO Hawk getraut hat den Legend nicht nur 20 sondern 22 km/h fahren zu lassen. Damit wird die gesetzliche Toleranz von 10% voll ausgeschöpft und man ist nochmal 2km/h schneller unterwegs als mit vielen anderen Modellen. In unserem GPS-Geschwindigkeitstest konnte der Legend uns mit einer Geschwindigkeit von 21,6km/h total überzeugen. Damit ist er einer der schnellsten legalen E-Scooter!

Interessant ist, dass es wie schon beim Exit Cross auch beim Legend ein MotorKit geben soll. Mit diesem kann der Legend dann seine vollen 1000 Watt, sprich das doppelte an legaler Leistung, auf nicht öffentlichen Straßen entfalten.

Reichweite

IO Hawk nimmt den Mund ganz schön voll und verspricht uns eine Reichweite von bis zu 70 Kilometern. Damit ist der Legend ganz klar für Touren und sehr sehr lange Strecken gedacht. Da es sich bei unserem Modell nur um ein Pre-production Modell hat, fehlt auch noch die Erlaubnis damit auf der Straße zu fahren. Dieses wird selbstverständlich vor der Auslieferung der fertigen Roller noch ändern. Da wird selbstverständlich über kein Privatgelände verfügen auf dem man 70 Kilometer lang hin und her fahren kann, sind wir 10 Kilometer gefahren und haben anhanddessen die realistische Reichweite bemessen. So kamen wir von den versprochenen 70 Kilometern auf insgesamt bis zu 62 Kilometer auf gerader Strecke. Es dürfte also durchaus mit einer Reichweite zwischen 55-60 Kilometern, je nach Zuladung und Untergrund sowie Temperatur zu rechnen sein. Ob man natürlich im Endeffekt so lange auf einem E-Scooter stehen möchte, steht jedem selbst offen. Solltet ihr euch aber entscheiden mit dem Legend eine Tour durch Wald und Wiese zu machen, ist es gut zu wissen, dass er euch vermutlich nicht im Stich lässt. Interessant ist ebenfalls, dass mithilfe der zwei Bremsen Rekuperiert wird. Das heißt zuvor verlorene Energie wird durch das Bremsen wieder in den Akku zurückgespeist.

Fazit

Der IO Hawk Legend ist ein E-Scooter im wahren Luxussegment. Er ist für einen E-Scooter recht hochpreisig, und zählt mitunter zu den teuersten, aber für sein Geld bekommt man so richtig was geboten. Verbaut ist das Maximum an Motor, was in Deutschland legal möglich ist, die Geschwindigkeit liegt mit insgesamt 22km/h ebenfalls beim absoluten Maximum und die weite Reichweite sowie exzellente Verarbeitung sprechen wirklich für den Legend. Aufgrund der Tatsache, dass es sich hierbei noch um ein nicht vollständig fertiges Produkt handelt, ist eben noch die ein oder andere Kinderkrankheit vorhanden. Dies beschränkt sich jedoch ausschließlich auf die Software, nicht doch die Hardware. Voraussichtlich im Januar oder Februar werden wir euch hier auf dem Kanal ein fertiges Modell des Legend vorstellen und dieses dann ebenfalls testen.

Insgesamt ist der IO Hawk Legend unter Nichtberücksichtigung seiner minimalen Mängel der Pre-production Version stand 12. Dezember unser Testsieger. Sein Gesamtkonzept ist so genial und insbesondere der Vorbestellerpreis sollte viele zurecht zum Kauf animieren.

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